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Sozialisierung von Welpen: die ersten drei Monate entscheiden

Schon ohne Impfung in die Welpenspielstunde? Die Sozialisierung von Welpen ist sehr wichtig – lesen Sie hier die Empfehlung der AVSAB aus den USA.

Nachfolgend findet ihr unsere Übersetzung eines Textes der Amerikanischen Veterinärmedizinischen Gesellschaft für Verhalten von Haustieren (zum englischen Original, der Grundlage unserer Übserstzung, bitte hier klicken):

Die wichtigste Zeit für die Sozialisierung der Welpen sind die ersten drei Lebensmonate. Während dieser Zeit sollten Welpen so vielen neuen Menschen, Tieren, Reizen und Umgebungen wie möglich ausgesetzt werden – sicher und ohne Überstimulation, die sich als übermäßige Angst in Form von Rückzugs- oder Meideverhalten zeigen kann.

Aus diesem Grund ist die American Veterinary Society of Animal Behaviour der Ansicht, dass es der Goldstandard der Aufzucht und Erziehung von Welpen sein sollte, eine solche Sozialisierung zu ermöglichen, bevor sie vollständig geimpft sind. Da in den ersten drei Monaten die Neugierde und Offenheit die Angst überwiegt, ist dies das wichtigste Zeitfenster für Welpen, sich an neue Menschen, Tiere und Erfahrungen anzupassen. Eine unvollständige oder unzureichende Sozialisierung während dieser wichtigen Zeit kann das Risiko von Verhaltensproblemen im späteren Leben erhöhen, einschließlich Angst, Meideverhalten und/oder Aggressionsverhalten. Verhaltensprobleme sind die größte Herausforderung in der Beziehung zwischen Besitzer und Hund. Tatsächlich sind Verhaltensprobleme die häufigste Ursache für die Übergabe an Tierheime. Und zuletzt sind Verhaltensprobleme, nicht Infektionskrankheiten, sind die häufigste Todesursache bei Hunden unter drei Jahren (Anmerkung des Übersetzers: Der Artikel ist von 2008, heute gibt es auch in Deutschland Tierärzte für Verhaltenstherapie und Hunde werden hier aufgrund von Verhaltensproblemen erfolgreich behandelt).

Während sich das Immunsystem der Welpen noch entwickelt ist das Infektionsrisiko aufgrund der Kombination aus mütterlicher Immunität (durch die Antikörper in der Muttermilch), Erstimpfung und angemessener Pflege im Vergleich zur Wahrscheinlichkeit späterer Verhaltensprobleme relativ gering.

Tierärzte für Verhaltenstherapie empfehlen den Besitzern, jede gut kontrollierbare (!) Gelegenheit zu nutzen, um junge Welpen der Vielfalt der Reize auszusetzen, die sie in ihrem Leben erfahren werden. Die Teilnahme an Welpengruppen ab dem Alter von 2-3 Monaten kann ein hervorragender Weg sein, um das Training zu verbessern, die Mensch-Tier-Bindung zu stärken und Welpen in einem Umfeld zu sozialisieren, in dem das Krankheitsrisiko minimiert werden kann.

American Veterinary Society of Animal Behaviour

Aus diesem Grund ist die American Veterinary Society of Animal Behaviour der Ansicht, dass es Standard während des Aufwachsens eines Welpen sein sollte, eine solche Sozialisierung zu ermöglichen, auch bevor sie vollständig geimpft sind.

Im Allgemeinen können Welpen dem Sozialisationsunterricht bereits mit 8 Lebenswochen beginnen.

Welpen sollten mindestens 7 Tage vor dem Besuch der Welpengruppe (und einer ersten Entwurmung) eine vollständigen (SHLPPi) Impfung erhalten haben. Sie sollten während der gesamten Dauer des Sozialisierungsgruppen Ihre weiteren Impfungen bekommen.

Der Prozess der Sozialisation

Welpen sollten sich von Geburt an an das Handling (Anfassen, Hochheben) gewöhnen und lernen, die Manipulation aller Körperteile zu akzeptieren. Es sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um sie mit möglichst vielen verschiedenen Menschen gut zu sozialisierten und dabei Tieren, Situationen, Orten usw. auszusetzen. Welpen sollten ermutigt werden, ihre Umgebung zu erkunden, zu untersuchen und zu erforschen. Interaktives Spielzeug und Spiele, eine Vielzahl von Oberflächen, Tunneln, Stufen, Rutschen und anderen Reizen können die Umgebung des Welpen bereichern. Welpen sollten ihre Besitzer auf so vielen (kurze) Autofahrten wie möglich begleiten. Diese Expositionen sollten bis ins Erwachsenenalter andauern, um einen aufgeschlossenen und geselligen Hund zu erhalten.

(Anmerkung der Übersetzer: Dabei bitte nicht vergessen, dass ein Welpe auch ein Baby ist, der immer wieder Ruhepausen im heimischen Umfeld braucht. Welpen schlafen täglich 16-18 Stunden von 24 Stunden)

Welpensozialisierungskurse / Welpenspielstunden sind sichere und organisierte Mittel, um Welpen zu sozialisieren und ihre Erziehung zu optimieren.  Jeder Welpe sollte vor dem Eintritt in die Klasse über eine aktuelle Impfung verfügen und frei von Krankheiten und Parasiten sein. Der Unterricht sollte nach Möglichkeit auf Oberflächen stattfinden, die leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind (z. B. in Innenräumen). Besuche in Hundeparks oder anderen Gebieten, die nicht saniert sind und / oder von Hunden mit unbekannter Impfung oder unbekanntem Krankheitsstatus stark gehandelt werden, sollten vermieden werden.

Der Unterricht und das Training zu Hause sollten auf einer positiven Verstärkung mit häufigen Belohnungen, Lob, Streicheln, Spielen und / oder Leckereien beruhen. Positives und konsequentes Training ist mit weniger Verhaltensproblemen und größerem Gehorsam verbunden als Methoden, die Bestrafung beinhalten und/oder die menschliche Dominanz fördern

Auch sollten Zeiten ermöglicht werden, in denen der Welpe (wenn er möchte) alleine mit  dem Lieblingsspielzeug spielt (wie Stofftieren) oder mal ein Nickerchen an einem sicheren Ort, wie in seinem einem Auslauf oder seiner Box macht – So lernt ihr Welpe, auch für sich zu sein und es kann helfen, Probleme durch eine übermäßigen Anhänglichkeit zu vermeiden.

Ein angemessenes Boxen-Training trägt dazu bei, dass Welpen sichere Orte für Ruhe und Entspannung haben. Welpen, die es gewohnt sind, in der Box zu schlafen, sind weniger gestresst, wenn sie stationär in der Klinik bleiben müssen oder für Reisen mit dem Flugzeug oder Auto eingesperrt werden müssen. Kisten sollten als Komfort- oder Spielbereiche (und NIE als Ort der Strafe für Störenfriede!) dienen.

Eine frühzeitige und angemessene Sozialisierung und Programme für positive Verstärkung können einen großen Beitrag zur Verhinderung von Verhaltensproblemen und zur Verbesserung der Bindung zwischen Mensch und Hund leisten. Während die ersten drei (-vier) Monate die wichtigste Zeit der Sozialisierung im Leben eines Welpen sind, wird den Besitzern von Junghunden, die dieses Alter überschritten haben, auch weiterhin empfohlen, ihren Welpen mit vielen Menschen, Haustieren und Orten zu sozialisieren

Besitzer von Welpen, die Angst (oder andere Verhaltensauffälligkeiten) zeigen, sollten jedoch rechtzeitig einen Tierarzt für Verhalten aufsuchen.

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