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Richtig Spielen mit dem Welpen – Teil 2

Auch richtig spielen mit dem Welpen muss gelernt werden. Hier geht es vor allem um die eigene, innere Haltung. Spielen mit dem Hund ist weniger ein Ventil, um sich selbst auszutoben sondern ein vorsichtiger Weg, sich gegenseitig kennen zu lernen.

Spielen ist Üben für den Ernstfall. Im Spiel lernt der kleine Hund Jagen, Haken schlagen, Ausweichen, Kräfte gezielt einsetzen und gaaanz viel in Punkto Sozialverhalten und Hundesprache. Im Spiel mit dem Menschen, vor allem mit Kindern wirft das aber auch Fragen auf. Die SIRIUS Hundeschule gibt Euch im zweiten Teil unserer Serie Antworten auf die Fragen, die ihr uns in der Welpenspielstunde immer wieder stellt.

Noch spannender und viel mehr Spaß macht es natürlich im Welpenspiel live! Kommt vorbei und schaut mal rein. Die SIRIUS Hundetrainer freuen sich auf Euch.

Frage: Wie sollen Welpen mit Kindern spielen?

Mama, der Hund beißt! Grundsätzlich mal eines im Voraus: Welpen beißen in der Regel nicht. Sie benutzen die Zähne zum Spielen und manche knurren auch beim Spiel. Welpen wollen „festhalten“ – Hände haben sie nicht – also wird das Maul mit den kleinen spitzen Zähnchen zum Festhalten und Ziehen benutzt. Aber woran man sich festhalten und wie feste man ziehen oder dabei zudrücken darf – das muss der Welpe erst noch lernen! Das Ergebnis eines einfühlsamen und konsequenten Trainings ist die Beißhemmumg, die ein Leben lang bleibt. Ganz, ganz selten schnappt auch ein Welpe, z.B. wenn er große Angst hat. Aber in der Regel knurrt er dann vorher und kündigt damit an, dass er sich bedroht fühlt.

Kinder unter 12 Jahren sind als Lehrer der Beißhemmung meist nicht gut geeignet. Sie folgen noch ihren eigenen Regeln beim Spiel, wollen unbedingt gewinnen oder lassen sich schnell von einem spielerischen Beisserchen beeindrucken. Dies und die ihnen sehr wohl zugestandene kindliche Launenhaftigkeit, die für den kleinen Hund aber unberechenbar und damit für den Lernprozess ungünstig ist, macht es notwendig, dass man beim Spiel der Kinder mit dem Hund immer anwesend sein sollte. Schnell eskalieren auf der einen oder anderen Seite die Emotionen. Dann sollte der Familien- und Rudelführer souverän und mit Ruhe eingreifen, um wilde Raufereien von beiden Seiten zu verhindern.

Frage: Dürfen Welpen mit Quietschies spielen ?

Quietschie oder nicht Quietschie – das ist hier die Frage: Man liest es immer wieder: Welpen ignorieren später das Quietschen anderer Hunde, weil sie immer mit dem Quietschie gespielt haben.

Wir denken: In diesem Fall handelt es sich um eine Meinung, die sich dank kritiklosem Abschreiben hartnäckig in den Medien hält.

Ob ein Spielzeug nun quietscht oder nicht, wird den Hund später nicht eher dazu verleiten, in ein schreiendes oder quietschendes Lebewesen zu beißen. So gut können Hunde mit ihrem feinen Gehör differenzieren, um hier einen klaren Unterschied zwischen den unterschiedlichen Quietsch-Tönen zu machen. Tatsächlich gibt es aber Rassen, die instinktiv sehr emotional reagieren, wenn das Spielzeug quietscht und sich davon regelrecht anfixen lassen.

Das kann dazu führen, dass die Reizschwelle sinkt und der Hund im gemeinsamen Spiel zu fest zubeißt oder doch mal probiert, ob er durch (ernst gemeintes) aggressives Knurren das Spielzeug für sich behalten darf.

Bei diesen Hunden sollte das Quietschie nur wohl dosiert eingesetzt werden. Andererseits hat man damit auch eine ideale Belohnung für das gemeinsame Training gefunden. Denn für das heißgeliebte Spielzeug lässt man auch mal alles stehen und liegen und kommt sofort, wenn man vom Frauchen gerufen wird!

Frage: Was sollen wir tun, wenn der Welpe zu fest beißt?

Abbruch trainieren für die zuverlässige Unterbrechung Vor allem bei Hunden, die gerne mal emotionaler reagieren ist das Training eines Abbruchkommandos in einer entspannten Atmosphäre sinnvoll. Hier wird – ohne wilde Toberei – erst einmal in Ruhe gelernt, was es heißt, wenn Frauchen „Lass das“ oder „Nein“ sagt. Eine gute Hundeschule zeigt hier das genaue Vorgehen mit Ruhe und Lob und ganz ohne Strafe. Wird die Körpersprache und das Timing richtig eingesetzt versteht der Hund sehr schnell: „Ups, jetzt ist Schluß!“

Wenn das Abbruchkommando unter entspannten Trainingsbedingungen und auch in spannenderen Spielsituationen gut ausgeführt wird, kann ich den Abbruch eines Verhaltens auch im Ernstfall einfordern.

Oft sehe ich aber Besitzer, die mit lautem „Nein“ schimpfen und vor dem Hund gestikulieren, während der ratlose und gestresste Hund weder weiß, was genau er machen soll, noch, was er falsch gemacht hat.

Diese ungeduldige Erwartungshaltung von Seiten des Menschen führt später zu vermeintlichen Lösungsstrategien, die von uns meistens nicht als das erwünschte Verhalten gesehen werden. Also: Erst in Ruhe trainieren, dann die Ablenkung oder Erregung langsam steigern und dann erst in der kritischen Situation das Abbruchkommando geben!

Die SIRIUS Hundeschule trainiert bereits im Alter von ca. 12 bis 16 Wochen das Abbruchkommando mit ganz viel Spaß und Lob für beide Seiten!

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